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Nordstern Festival 2012

Nach dem ersten Nordstern Festival 2011 war es für uns klar, dass wir auch dieses Jahr wieder nach Hamburg fliegen wollten, um dieses außergewöhnliche Festival zu besuchen. Dieses Jahr hängten wir noch einen „Hamburg-Erkundungs-Chill-Tag“ dran und flogen Donnerstag Morgens gen Norden. Nachdem wir jeweils bei unseren Unterkünften angekommen waren, trafen wir uns am Hauptbahnhof um - wie letztes Jahr- Hamburg zu Fuß zu erkunden. Und was soll ich sagen. Hamburg ist eine wunderschöne, weltoffene Stadt mit vielen tollen Stadtvierteln und jedes Mal entdeckt man auch wieder neue Ecken und Läden (SHOPPINGFIEBER!). Nach einem Abstecher in die Speicherstadt, den Hamburger Hafen und der Reeperbahn gingen wir völlig erschöpft ins Bett, um fit für den ersten Festivalabend in der Markthalle zu sein. Letztes Jahr fand alles noch auf einer Bühne statt, dieses Mal gab es eine zweite Bühne und zwar das Marx, ein kleinerer Floor mit noch kleinerer Bühne. Ich fand es schade, da mich genau das nervt, dass mittlerweile auf allen Festivals zwei oder mehr Bühnen sind, man meist von A nach B tigert, weil es doch Überschneidungen gibt und eigentlich zwischenrein nicht wirklich zur Ruhe kommt. Aber das ist ja bekanntlich Ansichtssache, von daher.

Den Start machte Moon 74, eine der Newcomer Bands, die im Online Voting gewonnen hatten und somit auf dem Nordstern auftreten durfte, was ich, wie ich finde, eine echt tolle Idee ist. Sänger Dominic betrat die Bühne im noch relativ leeren Club Marx, der sich aber dann schnell füllte nachdem die ersten Töne erklangen. Moon 74 bewegt sich im Synthpop – Electropop Bereich und ist schön anzuhören. Ich war positiv überrascht und beschloss, Moon 74 weiterzuverfolgen. Auch im Publikum kam Moon 74 gut an, und nach anfänglicher Nervosität wurde Dominic etwas offener und genoss sichtlich die Aufmerksamkeit. Leider dauerte der Auftritt nur 20 Minuten, und so begaben wir uns zur Mainstage, wo The Juggernauts spielen sollten.


 Die Senkrechtstarter, die momentan derart Gas geben, sind eine echt lustig anzusehende Truppe, die in einer Kurzschlussaktion ihren Hit Phoenix komponierten und es sich zur Aufgabe gemacht haben, die EBM Welt aufzumischen. Und das zurecht. In futuristischen Kostümen mit mega Schulterpostern und Helmen auf dem Kopf  betraten sie nacheinander die Bühne und begannen ihren Eroberungsfeldzug. Und hey! Sie sind verdammt gut! Spontan musste ich an Klinik meets Dive meets Front 242 denken, und auch andere Gäste waren total begeistert. Was für ein toller Opener! Und man kann gespannt sein auf ihr erstes Album. Und ja, manche mögen sagen, nix neues, klingt alles wie oben genannte Bands und so. Aber es gibt halt doch viele Ewiggestrige, die genau solche Musik hören und weiterhin hören wollen. Also, abwarten und auf jeden Fall anschauen, wenn sie irgendwo spielen, weil lustig.

Die anderen Gewinner des Newcomer Contests waren Neurotic Mass Movement, die wiederum im Marx spielten, also, schnell rüber. Auch eines meiner Highlights an diesem Wochenende. Wave Sound aus London vom Feinsten. Sängerin Yin ist eine unheimlich charismatische Frau, die zudem noch eine Stimme hat, die so facettenreich ist und wichtig: sie kann singen. Und wie. Und die Gefühle, die sie in ihrer Stimme transportiert sind so immens, dass man sich kaum von ihr lösen kann, und für alle Cure, Joy Division und She Wants Revenge Fans und alle, die neugierig geworden sind, hört es euch an, schaut es euch an, wenn ihr könnt.

Auf der Hauptbühne ging es mit Blind Passengers weiter. Diese hatte ich zuletzt Ende der 90er in einem Teilort Stuttgarts gesehen und war gespannt auf den Auftritt, vor allem nachdem ich weder etwas von der Auflösung, noch etwas vom Comeback mitbekommen hatte. Und dann kam Nik Page auf die Bühne. Ohne Rayner als Sänger. Komisch. Nun gut. Nik Page kam im futuristischen Endzeit Outfit mit Sonnenbrille auf die Bühne, stellte sich ans Mikrofon, Hände hinter den Rücken und „Sunglasses At Night“ begann. Es wurde gleich mitgetanzt und mitgesungen und die Stimmung war entsprechend gut. Als noch eine leichtbekleidete Dame mit einem Schild, auf dem „Electrocop“ auf die Bühne kam, einmal hin und zurück lief, begrüßte Nik die Gäste mit einem „Das nächste Lied ist von unserem Comeback Album, „Electrocop“!“.Die Markthalle füllte sich zunehmends und als Nik in die Runde fragte, ob die Gäste „Bock auf ein paar Blind Passengers Classiker?“ hätten, kam ein lautes „Jaaaaa“ zurück, und „Born To Die“ fing an. Währendessen warf Nik ein paar silberne Pappteller mit Autogrammen ins Publikum, und, Wunder was, unsere Fotografin Lene, die auch schon auf dem Blackfield Festival Joe Letz’s Flasche abbekommen hatte, fing einen Pappteller auf. Danach folgte „Absurdistan“, welches wieder von der hübsch anzusehenden Dame mittels Schild angekündigt wurde, und wir verließen die Mainstage, um zu X-RX ins Marx zu gehen.


 Dort war es schon ziemlich voll, alle waren auch schon hier am Tanzen und es war schwierig, nach vorne zu kommen. Aber…mit ein bisschen gutem Willen geht alles ;). Und die beiden Jungs machen echt eine gute Show, auch wenn es nicht so wirklich meine Musik ist. Aber man merkt, sie haben Spaß und genießen es, auf der Bühne zu stehen. Mir wurde es dann doch zu voll, und so verließ ich das Marx, obwohl ich gerne noch ein bisschen länger geblieben wäre, aber leider war die Luft auch sehr n stickig und es war auch sehr heiß in der gesamten Markthalle.


 Nach einer kleinen Pause und einem Zigarettchen draußen an der frischen Luft ging ich zu SITD. Es war auch hier schon ziemlich voll. Zu SITD kann ich nicht viel sagen, weil ich sie nicht mag. Ich mag zwar die Musik, aber mit dem Gesang kann ich absolut nichts anfangen. Jedenfalls kamen die üblichen Hits und alle im Saal gingen voll ab und alle machten mit und waren vollauf begeistert. Und auch Sänger Carsten ging voll ab und das Wechselspiel zwischen Band und Publikum war sehr dynamisch.


Ich ging also wieder ab zum Marx, wo Monolith spielte. Eric Van Wonterghem, ein Urgestein der Electro Industrial Szene, stand an seinem Equipment und drehte und machte und heraus kam…Industrial. Und viele ältere Herrschaften genossen die Musik und tanzten, und es brauchte gar kein großes Brimborium, es reichte einfach, dass Eric präsent war. Sehr gut! Nachdem es bei Monolith jedoch ziemlich laut und wummrig war ( es geht noch lauter und noch wummriger, aber dazu später…), gingen wir wieder rüber zu SITD, wo das Finale mit „Laughingstock“ kam. Alle waren fixiert auf Sänger Carsten, der sichtlich überwältigt von der Resonanz des Publikums war und alle feierten zusammen das Finale und beide Seiten gaben noch mal alles, und so endete der Auftritt von SITD und der Aufbau für Haujobb begann.


Daniel Myer betrat die Bühne und werkelte mit ein paar anderen auf der Bühne herum und: -toll- er trug ein Front 424 T-Shirt…das kam bei den ganzen Fans sehr gut an. Mit fünfminütiger Verspätung, als alles fertig war, betraten die Musiker die Bühne. Die Markthalle war noch nicht ganz voll, erst als die ersten Töne von „Letting The Demons Sleep“ erschallten, kamen die Zuhörer so langsam hereingeströmt und tanzten gleich. Mit „Renegades Of Noize“ gings gleich krachig weiter, und eigentlich ist es ganz egal, mit welchem Project Daniel Myer auftritt, die Musik ist bei allen einfach nur genial. Bei „Little World“ stellte er sich mit einem Bein auf die Absperrung vom Fotograben. Er fragte dann in die Runde, wie SITD war und alle jubelten, dann fragte er nach The Juggernauts und auch da war der Jubel groß. Bei Blind Passengers war das Echo etwas geringer, worauf Daniel meinte, Nik hätte sich doch Mühe gegeben und da erzählte er, dass Haujobb mit Blind Passengers 1993 auf Tour gewesen seien, und abschließend sagte er :“Wir sind gekommen um zu bleiben!“ was wiederum großen Anklang fand. Dann pries er noch die nächste Singleauskopplung „Lets Drop Bombs“ an und erwähnte: Vor 20 Jahren nannten wir das EBM“ -Riesenapplaus-  „heute nennen wir das EBM!“ –noch größerer Beifall. Danach folgte „Dream Aid“ und unsere Fotografin Lene ging rüber zu Lights Of Euphoria. Das heißt, versuchte es. Wegen Überfüllung durfte keiner mehr rein, und daher kam sie wieder um Haujobb weiter zu schauen. Generell fand ich die Überschneidung mit Haujobb ziemlich ungünstig. „Crossfire,“ war der nächste Song, und Daniel meinte: “Die neue CD bekommt ihr beim Merch Stand für 15 Euro. Wenn ihr freundlich seid, vielleicht auch für 12 Euro. Oder für Umsonst beim Russenserver!“ was für allgemeine Erheiterung sorgte. „Penetration-Fuck The Floor“ kam, gefolgt von „Noise Institute“ und als grandioser Abschluß eines brillianten Konzertes kam noch der Hit „Dead Market“ und danach war Schluß.

Ich ging dann zum Marx Club und versuchte, ob ich jetzt zu Lights Of Euphoria reinkäme, aber immer noch war nichts zu machen. Jedenfalls hatte ein Gast das mitbekommen und sagte zum Türsteher, dass er rausgehen würde und ich ja dafür rein könne, und so bin ich dann doch noch zu „Give Me You“ drinnen gewesen. Super Musik, super Show, aber leider wirklich zu voll, zu stickig, zu viele Tanzende, kein Platz. Also schnell wieder raus, frische Luft schnappen, und dann in die Markthalle zu Nachtmahr.

Nachtmahr spaltete die Gäste, und so gingen die einen entweder zu Eisenfunk ins Marx, die anderen raus zum Rauchen, oder schauten sich die ganzen Merchstände an. Bei Nachtmahr wummerte es dann noch stärker als bei Monolith, (aber es geht noch lauter) und Nachtmahr hatten zwei Mädchen in Uniform dabei, die rechts und links auf der Bühne standen. Und zwar nur standen. Der Innenraum war am Kochen und bei „Tanzdiktator“ bewegten sich die Mädchen in Uniform zur Bühnenmitte vor und spritzen mit Wasserpistolen unerbittlich ins Publikum. Ich suchte Schutz hinter einem großen, breitschultrigen Mann (der nichts davon mitbekam) bis der Wassertank leer war und schaute mir dann weiter das Konzert an. Wie auch zu L’ame Immortelle Zeiten bewegte sich Sänger Thomas Rainer immer hin und her und animierte die Massen zu tanzen. Als „Weil ichs Kann“ kam, ging ich kurz zu Eisenfunk hinüber, dort war es mir aber auch zu laut und zu stickig, und so landete ich nach einer Zigarette wieder bei Nachtmahr,dort lief gerade  „Nenn Mich Wie Du Willst“ gefolgt von „Verräter an Gott“. Als „Mädchen In Uniform“ begann setzten wir uns auf die hintere Treppe, weil uns mittlerweile die Füsse wehtaten und wir auch schon ziemlich fertig waren, und als das Konzert zu Ende war warteten wir gespannt auf Dive.


Dirk Ivens spazierte in der Gegend rum, baute mit auf, checkte einige Dinge und dann begann der Headliner des Abends, Dive. Und da ist er, der Gewinner des „Bei-mir-wummerts-am-meisten“ Contests. Es war laut. Abartig laut. Tapfer hielt ich mich ganz vorne auf und versuchte die Bässe, das Strobo und die Lautstärke auszublenden. Ich hab ihn innerhalb des letzten Jahres als Klinik und Absolute Body Control gesehen, und mein absolutes Fav sind immer noch Klinik, aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Bei Bloodmoney währte meine Freude nur kurz, denn mein ganzer Körper vibrierte, meine Ohren dröhnten und ich musste erst mal nach hinten flüchten. Dirk Ivens indessen rannte wie von einer Tarantel gestochen auf der Bühne hin und her, wickelte sich das Mikro Kabel um das Handgelenk, wickelte es wieder ab, machte so langsam seinen Oberkörper frei ( es war wirklich sehr heiß in der Markthalle) und spielte vor begeisterten Fans u.a.“Dead Or Alive“ und „There’s No Hope“ und die Gäste riefen nach Zugaben, wenn Dirk kurz von der Bühne ging. Ich wurde dann recht schnell von totaler Erschöpfung übermannt, ein Zustand begleitet von Quengeligkeit und mangelnder Aufnahmefähigkeit und so wartete ich in der Vorhalle auf das Ende von Dive. Um 1:10 Uhr war es dann soweit, die Gäüste strömten entweder zur Aftershow Party oder nach Hause, und wir machten uns auf den Weg ins Bett, um genügend Schlaf für den nächsten Tag zu tanken.

Nach einer ruhigen Nacht, einem ausgedehntem Frühstück und ausreichend Kaffee ging es nach einer Aufhübschrunde zum Stadtpark, wo der zweite Tag des Nordstern Festivals stattfand. Als wir auf dem Gelände ankamen, war es noch recht überschaubar, wir suchten uns ein hübsches Plätzchen ganz vorne an der Bühne und kurz vor 15:00 Uhr begann es. Zu regnen. Und wie! Die, die kein Schirm dabei hatten rannten zu den überdachten Getränkeständen, und nach einem verregneten zweiten Tag beim Blackfield hatte ich die Schnauze voll von Regen, nassen Füssen und währenddessen irgendwie den Block in der Hand halten und versuchen irgendwie mitzuschreiben. Und wie wenn der liebe Petrus das geahnt hätte, dass ich völlig unentspannt an den Tag gehen würde, hörte es pünktlich um drei zu Beginn von The Exploding Boy auf. Wie toll! Zwar nieselte es immer mal wieder kurz, aber der Schirm durfte den Tag in der Tasche verbringen.


Dieses Jahr war von der Bühne aus ein Steg zur Publikumsabsperrung gebaut, damit die Künstler bis ganz vor zu den Fans konnten, was echt toll war. Insgesamt ist es ja ein wunderschönes Gelände (siehe Bericht letztes Jahr) und das war echt eine gute Idee mit dem Steg. The Exploding Boy hatten wir ja auf dem Blackfield Festival schon gesehen, aber dieses Mal waren sie noch besser. Die Jungs meinten das Wetter sei ja wie in Schweden, es würde dort auch immer regnen. Na, dem war ja dann wie gesagt nicht so. Jedenfalls war es ein schönes Konzert und die Jungs spielten u.a. „Here Comes The rain“ und „Desperados“ und als Opener war das echt gelungen.

Nach The Exploding Boy waren dann Solitary Experiments dran. Ich frag mich ja warum die Jungs nach so viel Erfolg, mit so vielen Hits immer noch so früh auf Festivals spielen müssen. Jedenfalls hatten sie ja zumindest schon mal den Sprung von Freitag auf Samstag geschafft, was mich echt gefreut hatte. Solitary hatten im Vorfeld schon auf Facebook und in der Markthalle für ihr neues Lied „Stars“ geworben, der Refrain wurde veröffentlicht und es wurde gebeten, dass doch alle mitsingen sollten. Eigentlich sollten die Gäste noch eine Wunderkerze  entzünden, die verteilt werden sollte, dies wurde aus Sicherheitsrechtlichen Gründen verboten und so wurde „Stars“ dann halt ohne Wunderkerzen präsentiert. Leider sangen auch kaum welche den Refrain mit, aber das Lied ist dennoch toll und wird wohl der nächste Clubhit werden. Sänger Dennis stellte sich dann vor, „Wir sind Solitary Experiments und freuen uns mal wieder in Hamburg zu spielen und „Homesick“ begann. Dennis war der erste, der den tollen Steg nutzte um den Fans näher zu sein und viele Arme streckten sich ihm entgegen. Bei „Pale Candle Light“ stellte er noch Mr. Vadot vor, der Solitary Experiments auch schon beim Blackfield Festival tatkräftig an der Gitarre unterstützte. Als „Delight“ begann freuten sich die Gäste sichtlich und tanzten wild drauf los, sowie bei „Immortal“. Es begann wieder etwas zu regnen und Dennis sagte, „Dafür dass es regnet noch ein niegelnagelneues Stück: „Try Now“. Als letztes Stück begann „Rise And Fall“ und Dennis meinte, „so Freunde, alles hat ein Ende nur die Wurst hat zwei!“ und alle Anwesenden sangen und klatschen mit und waren glücklich und danach wünschte Dennis allen noch viel Spass mit den anderen Bands und Solitary Experiments gingen von der Bühne.

Danach waren Northern Lite an der Reihe. Lustigerweise waren die Musiker irgendwie auf einmal auf der Bühne, ungeachtet von den Anwesenden, und ohne Begrüßung begannen sie zu spielen, und erst da registrierten viele, dass überhaupt was auf der Bühne passiert war. Sänger Andreas stand am Mikrofon, völlig lässig mit den Händen in den Hosentaschen und völlig unbeeindruckt von dem was um ihn rum geschah. Einige Besucher waren irritiert und wussten nicht so recht, wie sie dieses vermeintliche Desinteresse aufnehmen sollten, ich hingegen fands irgendwie cool. Ich kenne auch nur einige alte Sachen von Northern Lite, mitllerweile sind sie aber etwas rockiger und mir haben sie echt gut gefallen. Die Reihenfolge der Lieder kann ich hier nicht mitgeben, aber es kamen unter anderem „Go With The Flow“ und „Black Day“ Zwischenrein begrüßte er dann doch die Gäste und einmal wollte er sich das Mikrofon schnappen, welches dann fast hinfiel, er fing es jedenfalls im letzten Moment auf und lachte dabei. Mittlerweile war auch die Sonne herausgekommen und es wurde angenehm warm. Insgesamt war es ein minimaler Auftritt mit minimalen Bewegungen, aber es war gut!

Dann waren Mesh an der Reihe. Auch hier war die Stimmung etwas verhaltener als Sänger Mark die Bühne betrat. Als jedoch „Only Better“ begann war das Eis gebrochen und das komplette Konzert wurde von den anwesenden Mesh Fans mitgesungen. Bei „Trust You begannen alle wild herumzuhüpfen und alles Gefühl wurde ins Mitsingen reintransportiert und es war eine gigantische Stimmung. Mit „If We Stay Here“,  „Never Enough“ und „Everything I Made“ ging der Abend fröhlich singenderweise weiter und auch „From This Height“ und „How Long“ wurden den Fans nicht vorenthalten. Bei „Crash“ animierte Sänger Mark alle zum Mitsingen und es war echt schön, dass dann alle mitsangen. Danach bedankten sich Mesh und gingen von der Bühne, jedoch riefen und jubelten alle Gäste und so kamen Mesh noch einmal auf die Bühne um gemeinsam „Friends Like These“ zu zelebrieren. Nach diesem fulminanten Abschluß war dann wirklich Ende und der vorletzte Umbau für Project Pitchfork.


 Ja, Project Pitchfork. Helden meiner Jugend. Wegbegleiter unzähliger Situationen. Der erste und einzige Mann, dem ich einen Heiratsantrag gemacht habe… Man möge mir verzeihen, ich war 16 und wusste es nicht besser… ;) . Zurück zum Eigentlichen. Project Pitchfork. Im Februar noch auf Tour mit Dirk Scheuber, dieses Mal ohne ihn, weil er auf Entziehungskur ist. Erst einmal einen Riesenrespekt dafür, das Problem öffentlich anzusprechen, und etwas dagegen tun zu wollen, An dieser Stelle ein alles Gute Dirk! Als Peter Spilles die Bühne betrat wurde er euphorisch begrüßt. Als „Timekiller“ anfing war das Geschrei groß ( im positiven Sinne natürlich) und die Menge feierte den Auftritt förmlich. „Lament“ kam gefolgt von „Conjure“ was auch viele Anwesenden sichtlich glücklich machte, und auch „Alpha Omega“ wurde begeistert aufgenommen. Als nächstes kam „K.N.K.A.“ und Peter schaute glücklich und zufrieden in die Runde. Mit „Fire And Ice“ wurde der Auftritt beendet, die Zuhörer riefen zwar nach einer Zugabe und alle vermissten vor allem „Souls“, aber die Zugabe wurde aus Zeitgründen verwehrt und später entschuldigten sich Project Pitchfork über Facebook, dass sie „Souls“ wegen dem Zeitplan  nicht mehr spielen konnten.

Letzter Act waren Apoptygma Berzerk. Schwierige Kiste. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere von allen Seiten geliebt, begehrt und umjubelt, dann mit einem mehr oder wenigen guten Album, dass nicht den Zeitgeist, bzw den Geschmack der Mehrheit traf, etwas in Vergessenheit geraten. Ich war jedenfalls sehr gespannt auf diesen Auftritt, und gespannt, wie die Musikauswahl sein sollte. Nachdem ich ja dann doch auch ein Ewiggestriger bin, gerne in alten Zeiten schwelge und mich an die Zeiten früher erinnere (nein, früher war nicht alles besser, nur anders…) ließ ich alles mal auf mich zukommen. Als Intro kam „Like Blood From The Beloved“ und als Stephan Groth auf die Bühne kam, waren die Gäste nicht mehr zu halten, vor allem, als “Lover Never Dies” begann. Stephan schaute des öfteren völlig begeistert das Publikum an und genoss den Augenblick. Bei „Non Stop Violence“ sangen alle mit, was sich bis zum Ende nicht ändern sollte, und viele hüpften ausgelassen mit. Aufmerksamen Zuschauern wird nicht entgangen sein, dass Stephan total im Leo Fieber ist. Leo Tattoo am Arm, Leo-Chucks und ein Mikrofon in Leoparden Optik…perfekt auf einander abgestimmt. „Eclipse“ und „Shadow“ sorgten weiterhin für Stimmung und auch „Kathy’s Song“ durfte dabei nicht fehlen. Als „You And Me“ begann, waren natürlich alle Pärchen und Frischverliebten im 7. Himmel und bei „Shine On“ und „Deep Red“ wurde wieder weitergefeiert. Weiter ging es mit „Unicorn“, „Starsign“ und als „Until The End Of The World“ kam waren alle vollauf begeistert. Stephan Groth bedankte sich danach bei allen, und die Musiker verließen die Bühne. Natürlich musste noch eine Zugabe her, und die wurde auch gerne gegeben und zwar „Love Will Tear Us Apart“, eine von vielen Coverversionen des Kult Hits von Joy Division. Das konnten spontan natürlich alle mitsingen. Dann gingen wieder alle von der Bühne, aber die Gäste hatten immer noch nicht genug, und Stephan kam alleine auf die Bühne. Der Abschluß wurde dann gebührend mit „Bitch“ gefeiert, Stephan gab noch einmal alles und gegen 22:00 Uhr wurden alle völlig zufrieden in das Wochenende entlassen.
Viele pilgerten noch in die Markthalle und feierten dort weiter, und auch wir blieben etwas dort und tanzten noch, bis wir völlig erschöpft waren und uns auf den Heimweg machen.

Fazit: Voll toll. Tolle Organisation, tolle Bands und, ich kann es nicht oft genug sagen, was für eine wunderbare Location der Hamburger Stadtpark ist. Außerdem spielen die Bands relativ spät, es sind nicht zu viele Bands, und es ist ein gechilltes, gemütliches, recht familiäres Festival. Einziges Manko für mich war, dass es in der Markthalle zwei Bühnen gab, sodass man wieder einmal gezwungen war zu überlegen, was man sich nun anschaut. Aber ansonsten: Super! Und nächstes Jahr sind wir wieder mit dabei.
 

Bilder sind von Lene, Bericht von Blaues/ DJane Di

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