Es gibt nur wenige Clubs in Deutschland, die von sich behaupten können eine hundertprozentige Szene - Location zu sein, die die Bedürfnisse der schwarzen Szene in so gut wie allen Facetten von Wave-Gothic-Electro-Synth-Future-Pop-EBM über Mittelalter, Dark-Doom-Metall bis hin zu Hardcore Fetisch-Veranstaltungen abdeckt. Eine dieser raren Club-Perlen ist das Nerodom in München. Nur ein paar Autominuten von der berühmt- berüchtigten Oktoberfest - Wies´n entfernt, haben die drei Köpfe des Dark Night Teams, Peer, Frank und Chris in der eher unspektakulären Ganghoferstrasse im ehemaligen Ganghoferkeller das Nerodom aufgezogen.
Bereits an der Kasse wird dem Besucher klar, dass es sich hier um erstklassige Gastronomie und nicht um freche Abzocke handelt. Der Kassierer ist nett, die Eintrittspreise, die sich zwischen drei und fünf Euro bewegen, mehr als fair und einen kleinen Begrüßungstrunk, bzw. Süßigkeiten gibt es im Eingangsbereich obendrein,
selbst die so oft schmerzlich vermisste Garderobe ist im Nerodom vorhanden. Doch der eigentliche Spaß beginnt erst ein Paar Treppen tiefer, hinter einer weiteren Holztür, die den Eingangsbereich vom Gastraum trennt. Neben dem üblichen nebligen Ambiente stechen gleich die liebevollen Dekos, wie Ketten, Kreuze, Kerzen, gerahmte Fotos und Plakate ins Auge, auf den Anblick der obligatorischen Totenköpfe muss hier ebenfalls niemand verzichten.
Für spezielle Events wie z.B. die Mittelalter-Nächte lässt sich das Dark Night Team auch nicht lumpen und sorgt dann noch zusätzlich für eine themenbezogene Deko, so dass Auge und Ohr im gleichen Maße verwöhnt werden. Und somit kommen wir dann zum Hauptpunkt der ganzen Sache, dem Ohr bzw. der Musik. Bei einer angenehmen Lautstärke und einer stimmungsvollen Mellange aus Nebel und Lichteffekten werden die Besucher von den jeweiligen Stamm- so wie auch Gast - DJ´s, mit verschiedenen Stilrichtungen professionell auf den ca. 50 qm großen Dancefloor „getrieben“.
Hin und wieder gibt es kleinere Konzertveranstaltungen bei denen u.a. Kiew, God Module, Mastertune und China-Touch zu sehen und zu hören waren . Feiertage mit Tanzverbot, wie z.B. der Karfreitag, die in vielen Club - Locations einfach nur brach liegen, werden im Nerodom mit Dichterlesungen (Oswald Henke), schwarzen Kunst - und Fotoausstellungen (Hexistenz) oder dem fantastischen „All you can bite“ Spagettiessen , welches übrigens nicht nur an Feiertagen stattfindet, geschickt überbrückt.
Die „Hauptkampftage“ im Nerodom sind zweifellos der Mittwoch und der Samstag, an denen sich hier regelmäßig ca. 400 Menschen ein schwarzes Stelldichein geben, obwohl alle anderen Tage, je nach musikalischen Geschmack, auch ihre Reize haben.
Wer neben dem Tanzvergnügen, dem sehen und gesehen werden, die Gelegenheit zu verbaler Unterhaltung und die Befriedigung des leiblichen Wohls sucht, wird auch diesbezüglich im Nerodom voll auf seine Kosten kommen.
An der stets heftig belagerten Theke, in den etwas abgeschiedenen Nebenräumen, den gemütlichen Sitzecken und den Tischgruppen in der Nähe der Tanzfläche kann man es sich bei sehr zivilen Preisen mit z.B. einem Weizen 3,50 Euro, Beck´s 3,30 Euro oder Coca- Cola 2,00 Euro und Snacks wie Pizza für 6,00 Euro so richtig gut gehen lassen. Alles in allem, - Hut ab vor der hingabevollen Arbeit des Dark Night Teams und eine große Empfehlung für alle, die einmal München von seiner anspruchsvollen schwarzen Seite erleben wollen .
Adresse : NERODOM Ganghoferstr. 74 81373 München
Weiter Infos unter : Darknight Team oder Nerodom
Dieser Clubbericht wurde von Pete (China-Touch) erstellt, herzlichen Dank!