Interview mit Project Pitchfork , 27.06.09

 

Stuttgart Schwarz : Wie schwer ist es für eine Band, die schon 20 Jahre im Geschäft ist, und die Ansprüche der Fans entsprechend hoch, ein neues Album zu machen ?
 
Peter : Nun, ehrlich gesagt machen wir uns keine Gedanken darum. wir machen immer nur das, was uns gefällt. Ebenso wie es einem Maler oder Fotografen ja selbst gefallen muss, was er macht. Es gibt immer Leute, denen das eine mehr und das andere weniger gefällt, damit muss man als Künstler nun mal auch leben.
 
 
 
Stuttgart Schwarz : Ihr habt Euere Tour zum neuen Album beendet. Was ist Euer Resumé ?
 
Scheubi : Auf jeden Fall positiv, es machte viel Spaß.
Peter : Naja, beendet ist die Tour ja noch nicht, wir haben nur gerade einen Break und im Herbst geht die Tour dann weiter. Bisher hat das Publikum die Konzerte sehr gut angenommen, die Konzerte waren zwar nicht ausverkauft, aber gut besucht und es hat uns Spaß gemacht.
 
Stuttgart Schwarz : Die Szene bringt eine neue Generation hervor. Wie schwer ist es heute, verglichen mit früher, sich im Dschungel der unzähligen Bands und Veröffentlichungen hier durchzusetzen ?
 
Peter : Ich denke, dass sich in unsere Szene Qualität auf lange Sicht durchsetzt. Deshalb finden auch die jüngeren Leute einen Zugang zu uns. Im Gegensatz zu den meisten Bands sind wir doch sehr langlebig.
Scheubi : Es gibt Leute die sagen : Die sind ja alt, aber - hey - die sind geil !
 
Ihr habt viele Szenenbands überlebt, die entweder heute erfolglos sind oder sich getrennt haben. Gab es diesen Punkt bei Euch nicht ? Warum nicht ?
 
 
Scheubi : Nein, ganz sicher nicht, das wäre ja fatal. Ich verstehe auch solche Bands nicht. Es gibt doch nichts schöneres, als dass man sein Hobby zum Beruf machen kann und davon auch noch leben kann. Das ist doch ein Geschenk ! Und es ist wie in einer Ehe - Du darfst nie den Spaß verlieren, es ist wie Liebe und Krieg.
Peter : Du musst heute im Schnitt etwa fünf Jahre etwas aufbauen und investieren, um erfolgreich sein zu können, zumindest wahrgenommen zu werden. Wir sind ja jetzt keine Szene, die von One-Hit-Wonder und Smash Hits lebt. Bei uns tickt das alles etwas anders. Wie haben in einer Zeit angefangen, in der wir eine der ersten Bands waren, die so etwas überhaupt gemacht haben. Rein elektronische Szenen-Musik, das war eben neu und es war begrüsst. Und es war neben der Elektonik auch Gothic und es war auch Punk drin.
Scheubi : Und heute kopieren uns ja auch viele Bands.
Peter : Und wir sehen uns ausserdem auch in der Porition und in der Verantwortung des Brötchengebers. Von uns leben Veranstalter, Magazine, Roadies... und so weiter. Dies haben wir auch immer wieder im Blick, wir sind da auch eine andere Generation.
 
Stuttgart Schwarz : Was empfindet Ihr heute, wenn ihr Euere songs wie "KNKA" oder "Lam 'bras" hört ?
 
Peter : Eine grosse emotionale Nähe dazu. Es ist wie ein Tagebuch, in welchem Du immer wieder zurückblätterst. Das liegt mehr an der Musik an sich, weniger an den Inhalten. Die bisher veröffentlichten songs und Alben bedeuten uns jedenfalls sehr viel.
 
Stuttgart Schwarz : Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg heute auf dem Dark Park Festival.
 
 

Interview : DJ Jolly

 

Fotos : Michael Küper

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