Nordstern Festival, 08. & 09.07.2011 Markthalle / Stadtpark Hamburg

Stuttgart Schwarz zu Gast in in der Markthalle und auf einer schönen Freilichtbühne mitten in Hamburg. Die Freude war groß, als das Nordstern Festival angekündigt und das geniale Line Up veröffentlicht wurde.

Einziger Haken an der Sache: doch etwas weit weg... also schnell Flugtickets gebucht und nichts bereut. So flogen wir also nach Hamburg, während die Hamburger zu Gast mit ihrem "beliebten" Fischmarkt bei uns zu Hause im Ländle waren.

Tag 1 in der Hamburger Markthalle:

Nach einer ausgedehnten Sightseeing-Tour durch Hamburg (merke: niemals Rangers dazu anziehen... ) und einem kleinen Schläfchen ging es zur Markthalle in Hamburg.


Pünktlich um 19:00 begannen Slave Republic ihr 30 Minütiges Set. Die Markthalle war bis dahin noch nicht gefüllt, was schade für die Band war, weil sie mehr Zuschauer verdient hätte. Zu zweit rockten sie die Bühne, der Sound ist eine Mischung aus melancholischem Indiepop, jammernden Gitarren und schönem Synthiesound. Mit Sicherheit wird man von den Jungs in nächster Zeit noch mehr hören, und wer sie verpasst hat, dem lege ich nahe, sich mal ein paar Stücke anzuhören.


Nach einer zehnminütigen Umbaupause betrat dann um 19:40 Daniel Myer die Bühne und zelebrierte mit einem seiner Projekte „ Architect“ wundervolle Klangwelten. Der erste Song dauerte 15 Minuten und zwischendurch heizte er an den Drums dem Publikum ein. Obwohl Gesang kaum zum Einsatz kam, riss er das Publikum allein durch seine Präsenz mit, sodass es niemandem langweilig wurde. Das zweite Lied begann mit einem Sample von Stripped, und führte dann in ein eigenständiges Lied. Vor seinem letzten Lied fragte er in die Runde, ob er ein Depeche Mode oder Kraftwerk Cover spielen sollte, was in einem lauten Durcheinander endete. Schließlich spielte er „Radioactivity“ von Kraftwerk. Um 20:15 Uhr ging er unter großem Beifall von der Bühne.


Um eines vorweg zu nehmen: die Umbaupausen dauerten nicht länger als zehn Minuten, sodass zwischendurch keine Langeweile aufkam, was für einen straff organisierten Ablauf spricht. Als dann die Sounds von „Math & Emotion“ erklangen, war klar: Klangstabil stehen auf der Bühne. Schnell gingen die Besucher in den Konzertraum zurück und tanzten zu dem Clubhit. Zwischendurch zog Sänger Boris seine Schuhe aus um dann Barfuss das Konzert zu bestreiten. Sichtlich aufgeregt huschte der Sänger auf der Bühne hin und her, zum Publikum hatte er eher keinen Kontakt, was ich schade fand, da die Musik ja eigentlich gut ist, aber der Funke nicht übersprang. Es folgten noch „Perdere Per Vincere", was von Maurizio gesungen wurde, und als Abschluß noch „Lauf Lauf“.

Um 21:10 dann machten sie die Bühne frei für Empirion, welche um 21:20 begannen.
An Empirion waren eher wenige Besucher interessiert und so spielten sie vor nicht einmal der Hälfte der Gäste. Ihr rein Instrumentales Set wurde untermalt von Projektionen hinter ihnen und vor ihnen auf einen weißen Leinwand an den Tischen, und obwohl die Sounds grundsätzlich nicht schlecht waren fehlte ihnen doch die Präsenz und so wurde es auch leider während ihres Auftritts nicht voller.
Punkt 22:00 verließen die beiden die Bühne, und langsam füllte sich die Markthalle, denn Frozen Plasma war als Nächstes angesagt.


Viertel nach Zehn betraten Felix Marc und Vasi Vallis die Bühne mit den Worten „Guten Abend Frankfurt“... Gleich beim ersten Song ging das Publikum mit und Felix Marc hüpfte wild auf der Bühne herum und hatte sichtlich viel Spaß. Nach drei Songs merkte er dann im feinsten schwäbisch an: „ hier isch voll warm“, was uns Mädels aus dem Schwabenländle natürlich gefallen hat. Beim nächsten Song bat er die Gäste um Mithilfe, und wenn das nicht klappen würde, würde er sofort aufhören zu singen. Mit einem „Hau Druff, Vasi“ begann das nächste Lied und Felix begann hin und her zu winken, und alle machten mit, was Felix sehr erfreute. Mit „Warmongers“ und „ Tanz die Revolution“ heizten sie dann noch mal richtig ein und alle sangen und tanzten mit. Kurz vor elf war dann Schluß für Frozen Plasma und die letzte Umbaupause des Abends fand statt.


Die Halle leerte sich ziemlich schnell, doch meine Befürchtungen, dass Sono eher wenige Zuhörer hat, bestätigte sich nicht. Mit dem ersten Takt von SONO begannen alle  mitzuwackeln und das sollte auch bis zum Schluß des Konzertes so bleiben. Nach „What You Do“ stellte sich Lennart A. Salomon vor und dass er sich freue, dass sie an diesem Abend in der Markthalle sein dürften, der Grund dafür aber weniger erfreulich sei, da Kim von Zeromancer erkrankt sei, und alle Konzerte von Zeromancer erstmal gecancelt wurden. Er wünschte Kim gute Besserung und dann ging es auch schon weiter.



Es folgten Hits wie “A New Cage“ „All Those City Lights“ „Keep Control“ und „Blame“, und Lennart erklärte, daß sie aktuell kein neues Album hätten und erst dran arbeiten würden, und dass eben an diesem Abend dann nur Hits gespielt würden. Das Publikum war sehr dankbar, und –faszinierend für mich- war, daß alle, wirklich alle in der Halle sich bewegten und tanzten. Auch der Bühnenaufbau und die unheimliche Präsenz von Sänger Lennart trugen dazu bei, dass dieses Konzert für mich und einige andere das absolute Highlight des Abends war. Es folgten noch „Always Something Missing“ und „Better“ und nach einer Zugabe gingen Sono um 0:30 von der Bühne und entließen die Gäste glücklich in die Aftershow Party im oberen Discoraum der Markthalle.


Tag 2 auf der Freilichtbühne im Stadtpark:

Der riesige, alte Stadtpark Hamburgs beherbergt neben einem Freibad, Tennis und Spielplätzen die Freilichtbühne des Nordstern Festivals. Die Bühne ist umrahmt von einer „eigenen“ Rasenfläche, welche manche Musiker zum erweiterten  Schauplatz erklärten, um Ihrem Publikum näher zu sein. Das Gelände selbst ist komplett umgeben von Büschen. Vor und hinter diesen Begrenzungen gab es eine überschaubare Auswahl an Fress- und Trinkstätten sowie Merchandising. Glücklicherweise gab es fest installierte, saubere Toilettenhäuschen anstatt Dixieklos.


Der zweite Tag begann mit Sonnenschein und dem Newcomer Blitzmaschine um 14:25. Mit dem DAF Cover „Liebe Auf Den Ersten Blick“ begann bei strahlendem Sonnenschein das Set und Sänger Holger hatte sichtlich Spaß. Es folgten die Songs „Useless Pain“, der Hit des Jahres schlechthin „Blondes Mädchen“, „Vorwärts“ und „Blute Jetzt“. Schade war, dass die Beiden schon als erste auf die Bühne mussten, weil natürlich noch nicht so viele Besucher auf dem Gelände waren und die Show durchaus sehenswert war. Um 14.50 war dann Schluß und viele nutzten die Pause, um sich auf dem überschaubaren Gelände umzusehen. Wer die Newcomer noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt z.B. im Vorprogramm von Mesh am Freitag, 12.08. in der Frankfurter Batschkapp nachholen!


Um 15:00 betraten die Jungs von Absurd Minds die Bühne unter lauten Beifall die Bühne und fragten, ob alle schon wach seien und mitmachen könnten, was mit einem lauten "ja!" beantwortet wurde. Während das Wetter so langsam unbeständiger wurde, spielten Absurd Minds Hits wie „Deception“ „I´m Dying Alone“ und „Countdown“. Dreißig Minuten danach gingen Absurd Minds von der Bühne und weitere zehn Minuten später stand Ascii Disko -frisch eingeflogen aus Spanien- auf der Bühne.


Mir persönlich hat die Musik gefallen, das Problem bei dem Auftritt war, dass es leider ein rein instrumentaler Gig war, was die Zuschauer sehr schnell langweilte, und manche sich mit dem Rücken zur Bühne drehten, was kein Musiker verdient hat. Außerdem traf die Musikrichtung nicht den Geschmack der anwesenden Gäste, und Hits wie „Strassen“ oder „Photos“ wurden leider nicht gespielt, so dass viele mit großer Sicherheit gar nicht wussten, wer da eigentlich auf der Bühne steht, was wirklich schade war. Ohne großes Brimborium ging Daniel Holc dann sichtlich enttäuscht von der Bühne.


16:50 Uhr war es dann Zeit für Diorama. Mit „Child Of Entertainment“ begannen die Reutlinger worauf alle Besucher wieder schlagartig fit waren und der vordere Bühnenbereich sich schnell füllte. Torben Wendt gab alles und er und Felix Marc -diesmal als Keyboarder- brachten die Menge zum Tanzen. Zwischendurch wurde das Wetter etwas schlechter, was der guten Stimmung jedoch keinen Abbruch tat und mit „Synthesize Me“ endete der Auftritt von Diorama.


Die Umbaupausen wurden ein bisschen länger und um zehn vor sechs kamen Combichrist auf die Bühne. Wie bestellt fing es dann auch heftig an zu regnen, und Andy eröffnete mit „Rain Of Blood“. Sofort wurden Regenschirme aufgespannt, doch all der Regen macht Andy nichts aus, er ging mehrmals in die Wiese und genoss die Abkühlung. Wie immer warf Joe Letz gleich zu Beginn seine Drums um, welche im Laufe des Abends mehrmals wieder hingestellt wurden, alles beim alten also. Andy wiederum legte sich kurz in der Wiese ab und sang liegend weiter „Just Like Me“ und schon kam dann auch die Sonne wieder raus, wobei es trotzdem noch kurze Zeit weiterregnete.

Es folgte „Blut Royal“, und Andy pustete mit einer Seifenblasenpistole Seifenblasen in die Menge, was zur allgemeinen Erheiterung führte. Nachdem aus dem Publikum „Lauter“ Rufe kame, drehte der Sänger bei „Fuck That Shit“ kurzerhand die Boxen um und performte weiter. Letztes Lied war dann „What The Fuck Is Wrong With You“, begleitet von einem Bienchen und Roboter und auch ein Pferd durfte nicht fehlen. Alle hüpften auf der Bühne herum und das Publikum freute sich tierisch angesichts dieser lustigen Einlage, und als Andy die Biene und den Roboter umarmen wollte, fielen alle drei in die Wiese. Unter frenetischem Beifall warf er noch den Roboterkopf, welcher uns später noch einmal in der Innenstadt begegnen sollte, in die Menge und die Band verabschiedete sich um 18:45.


IAMX sollte der vorletzte Act des Abends sein und Chris betrat mit seiner Band um 19:10 die Bühne und „Music People“ begann. Sofort hatte der charismatische Sänger das Publikum in seinen Bann gezogen. Bei „Nightlife“ sangen dann auch schon die ersten Gäste mit und IAMX performten Songs wie „Ghost Of Utopia“, „My Secret Friend“ und „Teargarden“.  Der Auftritt war wie bei Combichrist sehr kurzweilig und absolut toll. “Nature Of Inviting“, „Kiss And Swallow“ und „President“ folgten und die Menge war kaum noch zu Halten. Dann sagte Chris Corner, sie bräuchten beim nächsten Lied Unterstützung und Joe Letz von Combichrist kam auf die Bühne um bei „The Alternative“ an den Drums auszuhelfen was für einen Riesenjubel seitens des Publikums führte. Mit „Spit It Out“ kam dann das Finale und IAMX verließen die jubelnden Zuhörer und machten Platz für den Headliner VNV Nation.


20:35 Uhr: Mark Jackson, wie gewohnt an seinen Drums und zwei weitere Livemusiker an den Keyboards stimmten die jubelnde Menge auf VNV Nation ein. Dann betrat die „Rampensau“ Ronan Harris die Bühne und begann etwas übertrieben zu Hüsteln, weil die Nebelmaschine zu arg die Bühne vernebelte. „Tomorrow Never Comes“ war der nächste Hit, und alle sangen mit und tanzten mit und ständig animierte Ronan die Gäste, sich noch mehr zu bewegen und noch mehr abzugehen. Weitere Songs waren „Dark Angel“ und „Further“, wo er sich bei Krischan (Rotersand) für den technischen Support bedankte. Beim nächsten Song ging Ronan vor an den Bühnenrand, weil ein Fan Bier für seine Freunde gebracht hatte und sagte "Danke", nahm ein Schluck und gab das Bier lachenderweise wieder zurück. Nach „Chrome“ wurde es ruhiger und „Illusions“ begann.

Nachdem alle wieder ein bisschen runtergekommen waren ging es weiter mit „Standing“. Als Ronan einen Gast filmend vorfand, nahm er dessen Kamera, meinte noch "das ist nicht erlaubt“ und filmte sich, zur Freude aller, selbst mit seiner Band und sagte noch “ich hab das jetzt ausgeschaltet“ beim Zurückgeben der Kamera. Bevor ein neuer Song vorgestellt wurde, kam noch „Legion“ und „Farthest Star“ und dann erzählte Ronan, das bald das neue Album erscheinen würde, und das er bei folgendem Lied noch ein Spickzettel bräuchte. „Control“ heisst das gute Stück und wurde vom Publikum sehr gut aufgenommen. Danach fragte er das Publikum, woher sie denn alle seien und es waren Gäste aus Brasilien und Israel da, und sogar aus „Spongebob“, denn Ronan wollte oder konnte „Stuttgart“ nicht verstehen, was alle sehr lustig fanden.


Es ging weiter mit „Beloved“, gefolgt von einem weiteren neuen Lied, dessen Name noch unbekannt ist. Bei dem letzten Song des Abends „Perpetual“ stand dann Ronan sichtlich überwältigt vor dem Publikum und verabschiedete sich mit den Worten: “Man sieht sich in der Markthalle“ und somit endete das erste Nordstern Festival um fünf nach zehn auf Grund der unmittelbaren Nähe zum Wohngebiet und lauter glückliche Menschen gingen in die Markthalle zu „Return Of The Living Dead“ oder völlig erschöpft nach Hause.



Fazit: ein sehr gut durchorganisiertes Festival, tolle Bands, ein tolles Publikum und der Termin für das nächste Nordstern Festival 2012 steht auch schon fest: 06.07 und 07.07 2012!

Also schon mal vormerken, Flug buchen und ein paar Tage mehr einplanen, denn Hamburg ist groß!!! Für alle, die nicht dabei sein können: wir sind wieder vor Ort.

Festivalbericht von DJane Di (Blaues) / Bilder Andy (auch blau)

Kommentare

*daumen hoch*

sehr schön das ihr euch so viel mühe gemacht habt über das festival zu schreiben! ich fand es genauso gut ^^

dann bis 2012
liebe grüße

gothmedia
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